Verhütungsmittel

Welches Verhütungsmittel ist das richtige für mich?

    Prinzipiell unterscheidet man zwischen hormonellen und mechanischen Verhütungsmitteln. Es gibt kein Verhütungsmittel, welches man als „das Beste“ bezeichnen könnte. Wichtig ist, dass Du damit zurechtkommst und Du Dich wohl fühlst.

    Nicht hormonelle, mechanische Verhütungsmittel

    Kondom

    Das Kondom besteht aus einer dünnen „Haut“, die vor dem Sex über den steifen Penis gestreift wird. Es ist das einzige Verhütungsmittel, welches Dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Es ermöglicht auch die aktive Beteiligung des Burschen, ist praktisch frei von medizinischen Risiken und fast überall erhältlich (Supermärkte, Drogeriemärkte, Apotheken).
    Achte bei Kondomen stets auf das Gütesiegel und die Haltbarkeit. Das Gütesiegel ist erkennbar durch das Zeichen „CE“, das Ablaufdatum ist durch eine Art Sanduhr gekennzeichnet. Außerdem darfst Du nicht gleichzeitig mit dem Kondom ölhaltige Cremes verwenden, da sonst das Kondom nicht mehr schützt.

    TIPP:
    Verwende am besten Dein eigenes Kondom. Denn Du weißt, dass Du es gut gelagert hast. Beim Aufmachen auf folgende Dinge aufpassen: Keine Schere, Zähne oder Messer verwenden und auch auf spitze Fingernägel achtgeben!
    Das Kondom wird nur einmal verwendet und dann im Mistkübel entsorgt!

    Diaphragma

    Das Diaphragma ist eine Gummikappe, die Du mit einer Samen abtötenden Creme vor dem Sex in die Scheide einführst und vor den Muttermund (Öffnung der Gebärmutter) setzt. Dieses bekommst Du von Frauenärztinnen. Wenn Du mehr dazu wissen willst, frag bei Deiner Frauenärztin oder in den Frauengesundheitszentren FEM und FEM Süd nach.

    Kupferspirale
    Die Spirale wird von der Frauenärztin in die Gebärmutter eingesetzt. Das Kupfer hemmt die Beweglichkeit der Samenzellen und verhindert damit eine Befruchtung. Du hast die Spirale 5 Jahre lang in der Gebärmutter, kannst sie aber jederzeit entfernen lassen.

    Hormonelle Verhütungsmittel
    Diese sind nur über Deine Frauenärztin zu bekommen, da sie rezeptpflichtig sind. Oder Du gehst in die extra für Jugendliche eingerichtete First Love Ambulanz. Hormonelle Verhütungsmittel wirken, indem sie den Eisprung verhindern oder den Eisprung verschieben. Außerdem können die Spermien weniger leicht in die Gebärmutter eindringen.

    Allerdings kann es auch Nebenwirkungen geben, wie Gewichtszunahme,­ Migräne, Libidoverlust (d.h. keine oder geringere Lust auf Sex).
    Überlege Dir daher, wie Du verhüten möchtest, die Frauengesundheitszentren oder First Love helfen Dir gerne weiter, wenn Du weitere Informationen brauchst.

    WUSSTEST DU, DASS …
    …Samenzellen bis zu 6 Tage in der Gebärmutter einer Frau befruchtungsfähig sind und die Eizelle bis zu 18 Stunden im Eileiter empfängnisbereit ist?

    Die Pille
    Die Pille musst Du täglich zur selben Uhrzeit einnehmen. Dafür hast Du den Vorteil der hohen Sicherheit. Die Anwendung ist einfach und Deine Regelschmerzen werden schwächer. 
    Beachte, dass Du z.B. bei Durchfall, Erbrechen oder der Einnahme von Antibiotika nicht mehr geschützt bist. Verhüte in diesem Monat zusätzlich mit Kondomen.

    Verhütungspflaster
    Es ist wie ein normales Pflaster, welches Du auf die Haut klebst. Nur befinden sich auf diesem Hormone. Das Verhütungspflaster musst Du einmal in der Woche auswechseln. Du klebst es entweder auf Deinen Po, auf Deine Hüften oder auf Deinen Oberarm. Die Hormone werden über die Haut aufgenommen.

    Vaginalring
    Den Vaginalring kannst Du selber in die Scheide einführen, er gibt dort Hormone ab. Einmal im Monat musst Du den Ring auswechseln.

    Hormonimplantat
    Das Hormonimplantat ist ein Stäbchen, welches Dir auf der Innenseite des Oberarms eingesetzt wird. Es ist etwa so groß wie ein Streichholz und bleibt drei Jahre in Deinem Körper.

    Hormonspirale
    Die Hormonspirale wird von der Ärztin in Deine Gebärmutter eingesetzt. Sie bleibt 5 Jahre lang in der Gebärmutter. Sie verhindert die Befruchtung der Eizelle.

    Dreimonatsspritze
    Die Spritze bekommst Du von Deiner Ärztin alle drei Monate verabreicht. Junge Mädchen und Frauen sollten die Dreimonatsspritze nur in Ausnahmefällen erhalten, da dadurch der Aufbau der Knochen gestört werden kann.

    Für den Notfall: Die Pille danach
    Die Pille danach ist zur Einnahme nach dem Geschlechtsverkehr gedacht, wenn eine „Verhütungspanne“ passiert ist. Sie ist nur für den Notfall und nicht dazu geeignet, regelmäßig damit zu verhüten!

    In Österreich sind 2 Arten der „Pille danach“ mit unterschiedlichen Wirkstoffen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Einerseits jene mit Einnahme innerhalb von 72 Stunden/3 Tagen, andererseits jene die 120 Stunden/5 Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder einer Verhütungspanne eingenommen werden können. Je früher, desto besser!
    Nur die „Pille-danach“, die innerhalb von 5 Tagen wirkt, kann den Eisprung auch noch kurz davor verschieben. Nach dem Eisprung hat die ­„Pille-danach“ keine Wirkung mehr.

    WUSSTEST DU, DASS …
    …die Pille danach rezeptfrei in Österreichischen Apotheken zu besorgen ist? Es gibt keine Alterseinschränkung bei Kauf und Einnahme, und es ist auch egal, ob weibliche oder männliche Personen diese kaufen.