Rausch und Sucht

Zum Erwachsenwerden gehört, dass eigene Entscheidungen getroffen und auch Grenzen ausgelotet werden.

Manche Jugendliche probieren vielleicht Zigaretten und Alkohol aus, andere Jugendliche machen eventuell Erfahrungen mit Cannabis oder anderen (illegalen) Suchtmitteln. Einige versuchen sich am Glücksspiel oder versinken in der digitalen Welt der Medien. Meistens bleibt es beim Ausprobieren, aber für einige Jugendliche kann ein Weg in die Sucht beginnen.
Es ist wichtig, dass Eltern über gefährliche Substanzen und Formen der Abhängigkeit und die Folgen informiert sind und ehrlich mit ihren Kindern darüber reden. Hierbei gilt es nicht zu „verteufeln“, aber auch nicht zu verharmlosen.
Ein offener Umgang mit dem Thema stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind und kann so manche Gefahren abwenden.
Auf diesen Seiten wollen wir Ihnen und Ihrem Kind sowohl einen Überblick über Begrifflichkeiten, Suchmitteln und Abhängigkeitsformen geben, als auch weitere Links und Adressen zur Verfügung stellen, wo Sie sich bei Bedarf noch genauer informieren oder auch beraten lassen können.

Begriffserklärungen
Sucht ist eine Abhängigkeitserkrankung, d.h. die Person ist „krank“!
Substanz ist ein Stoff, der eine bestimmte Wirkung auf die Stimmung, Verhalten, Wahrnehmung und auf das Denken ausübt.
Als Droge wird eine Substanz, deren Einnahme  - unabhängig vom Alter - gesetzlich nicht erlaubt ist bezeichnet.
Suchtmittel sind legale Substanzen wie z.B. Alkohol oder illegale Substanzen wie Cannabis. Es können eigentlich alle Lebensmittel und Alltagsbeschäftigungen süchtig machen z.B. Energiedrinks, Eistee, Essen, Handy, Internet,  Computerspiele, Glücksspiel, Einkaufen gehen, Solarium, Fitnessstudio usw.

Vorbeugung
Suchtvorbeugung sollte schon früh beginnen, nämlich in der Familie. Eltern prägen ihre Kinder durch ihre Werte, Regeln und durch ihr Verhalten, sie haben als Vorbilder einen starken Einfluss auf die künftige Einstellung ihrer Kinder zu Suchtmitteln. Erfahrungen im Kindesalter prägen das gesamte spätere Leben. Reine Abschreckung und Strafen bewirken oft das Gegenteil, sachliche Aufklärung dagegen bedeutet sowohl über negative Auswirkungen, als auch mögliche positive Nebeneffekte zu sprechen (z.B. gesundheitliche Auswirkungen, mögliche Risiken betreffend Polizei, Ausbildung, Schule, etc.).

Hier sind einige Anregungen, die Ihnen helfen können, Ihr Kind vor einer Abhängigkeit zu schützen:

  • Stärken Sie den Selbstwert und das Selbstvertrauen Ihres Kindes, dies ist ein starker Schutz vor einer Abhängigkeit! Zeigen Sie Ihre Liebe, Ihre Wertschätzung und Interesse  Ihrem Kind gegenüber, geben Sie ihm Trost und Zuwendung, wenn es dies braucht.
  • Verbringen Sie Zeit mit Ihrem Kind. Hierbei ist nicht die Dauer im Vordergrund, sondern Ihr aufrichtiges Interesse und ungeteilte Aufmerksamkeit.
  • Vergleichen Sie ihr Kind nicht mit anderen. Jedes Kind, jeder Mensch ist einzigartig und hat Stärken und Schwächen. Verlangen Sie nicht, dass das Kind perfekt ist.
  • Erinnern Sie sich an Ihre eigene Kindheit und Jugend: was hätten Sie von Ihren Eltern gebraucht?
  • Schauen Sie auch auf sich! Wie ist Ihr eigener Umgang mit beispielsweise Tabak und Alkohol?
  • Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus.

Was können Sie als Elternteil tun, wenn Ihr Kind Suchtmittel nimmt?

  • Holen Sie sich Infos und Unterstützung von Beratungsstellen! Es gibt auch gute Angehörigen-Selbsthilfegruppen
  • „Ein klares Ja zu Deiner Person aber ein klares Nein zur Sucht!“ – gut unterstützen heißt begleiten!
  • Infos über das Jugendschutzgesetz einholen.
  • Etwaigen Erpressungsversuchen nicht nachgeben!
  • Heimlichkeiten offen legen und zeigen dass man damit umgehen kann.
  • Den Jugendlichen zu einer Beratungsstelle begleiten und positiv unterstützen.
  • Nicht auf sich selbst vergessen, auch Sie haben Bedürfnisse und diese auch klar aussprechen!

Weitere Informationen finden Sie in den Downloads und bei der Sucht und Drogenkoordination Wien.