Medienkompetenz

Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage mit Internet, Handy und Apps auf. Auch für uns Erwachsene sind diese Medien im täglichen Leben kaum mehr wegzudenken. Das Internet hat viele Vorteile, aber auch Gefahren! Natürlich können Sie nicht immer dabei sein, wenn ihr Kind online ist. Angesichts der kaum noch überschaubaren Vielfalt an Möglichkeiten, die sich durch die neuen Medien eröffnen, sind viele Eltern verunsichert und überfordert.

Einen kleinen Überblick über diesen „Online-Dschungel“ können Sie durch Gespräche mit Ihren Kindern bekommen. Zeigen Sie Interesse, welche Internetseiten gerne besucht werden, welche Videos sich Ihr Kind ansieht oder welche Apps es sich installiert hat.

Wir möchten Ihnen auf unserer Homepage einige Tipps mitgeben, wie sie Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien beibringen können. Sie als Eltern haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion!

Begleiten Sie Ihr Kind durch die digitale Welt!
Kinder müssen lernen, mit Medien sinnvoll und kompetent umzugehen. Dies lernen sie nicht durch strikte Fernseh-, Handy- oder PC-Verbote, sondern durch Erfahrungen. Alles was verboten ist macht noch neugieriger! Begleiten Sie Ihr Kind auf seinen Ausflügen in die digitale Welt und nehmen Sie sich die Zeit, um auf Fragen und Anliegen Ihres Kindes einzugehen. Nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Gefühlen, Bedürfnissen und Anliegen ernst. Zeigen Sie Interesse bei allen Aktionen, die Ihr Kind im Netz ausprobiert und reden Sie darüber. Seien Sie diejenige Person, mit der das Kind über seine Erlebnisse und Gefühle sprechen und mit der es sich über seine Erfahrungen austauschen kann. Der Aufbau einer guten Vertrauensbasis ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

Erklären Sie Ihrem Kind die Gefahren (www.saferinternet.at) im Netz und wie es sich schützen kann. Klare Vereinbarungen und Regeln helfen Ihrem Kind, unbeschadet seine eigenen Erfahrungen zu machen.
Achten Sie zugleich darauf, dass andere Freizeitaktivitäten nicht zu kurz kommen. Die sogenannten neuen Medien sollen  andere Spielplätze und Lernorte nicht verdrängen, sondern diese variieren und erweitern. Sie sollten als eine Bereicherung in einem abwechslungsreichen Alltag eingebettet sein.
Für den Umgang mit allen Medien gilt: Seien Sie Vorbild für Ihr Kind!

Einige Tipps für Eltern!

Anonymität im Netz
Ihr Kind sollte nur sichere Chats betreten dürfen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren von Anonymität im Netz. Informieren Sie sich vorher, welche Chaträume vertrauenswürdig sind und von einem Moderator betreut werden. Wenn Sie sich bei manchen Webseiten nicht sicher sind, fragen Sie zum Beispiel bei Beratungsstellen wie saferinternet nach. Diese sind immer am aktuellen Stand und können Ihnen bei Bedarf einen Kinderschutz empfehlen.

Cybermobbing
Cybermobbing (oder auch „Cyber-Stalking“ oder „Cyber-Bullying“) bedeutet, dass jemand im Internet oder am Handy bedroht, beschimpft oder beleidigt wird und das über einen längeren Zeitraum hinweg.
Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich bei den kleinsten Bedenken und bei Unwohlsein sofort an Sie wenden soll! Wenn Ihr Kind sich auf einer Seite nicht sicher oder sich von anderen Nutzern angegriffen fühlt, sollten Sie die erste Person sein, der sich Ihr Kind anvertraut. Seien Sie eine Vertrauensperson und schimpfen Sie nicht mit Ihrem Kind, wenn es einen „Fehler“ macht. Ihr Kind sollte wissen, dass Cybermobbing keine Schande ist und dass Sie versuchen werden, ihm zu helfen.

Verletzung von Urheberrechten
Im Internet findet man unzählige Bilder, Videos, Filme, Musik, Downloads usw. Sie sind zwar meist frei abrufbar, aber das heißt nicht, dass man sie auch beliebig verwenden darf. Vor allem bei Bildern und Fotos kommt es oft zu Urheberrechtsverletzungen. Will man ein Foto, welches man im Internet gefunden hat, verwenden, so muss immer die Zustimmung – am besten schriftlich- des Rechteinhabers eingeholt werden.
Suchen Sie oder Ihr Kind Bilder oder auch Musik zum Runterladen, erkundigen Sie sich immervorher, ob es eine kostenlose und legale Seite ist.
Unter https://www.saferinternet.at/themen/urheberrechte/ finden Sie umfangreiche Informationen zu diesem Thema. Saferinternet.at kann auch bedenkenlos an Ihre Kinder empfohlen werden.

Das Internet vergisst nie!
Niemals, egal auf welcher Webseite, sollten irgendwelche Inhalte hochgeladen werden, die Sie oder Ihr Kind später bereuen könnte. Reden Sie mit ihrem Kind und sensibilisieren Sie es, dass diese Information im späteren Leben etwaige negative Folgen haben kann.
Bedenken Sie bitte auch als Elternteil, welche Fotos und Bilder von Ihren Kindern Sie in den sozialen Medien hochladen. Kinder werden oft in Positionen (nackt in der Badewanne, das Gesicht voll Spinat, verweintes Gesicht usw.) gezeigt, in denen sich kein Erwachsener abbilden lassen würde. Denken Sie daran, dass das für Ihr Kind irgendwann mal beschämend werden könnte. Außerdem werden die Kinder nicht um ihre Erlaubnis gefragt.
Toyah Diebel hat gemeinsam mit der Fotografin Delia Baum auf www.deinkindauchnicht.org Erwachsenen genau in jenen Situationen fotografiert, die sie auch Kindern zumuten.
Weitere Informationen finden Sie auch unter www.saferinternet.at

Abhängigkeit vom Netz
Es sollte feste Zeiten geben, in denen Ihr Kind im Internet surfen darf. Wer zu viel Zeit in der digitalen Welt verbringt, der verliert irgendwann den Bezug zur realen Welt. Motivieren Sie Ihr Kind, mehr an die frische Luft zu gehen und Zeit mit seinen realen Freunden zu verbringen! Da sind Sie wieder als Vorbild gefragt!

Anzeichenn für Onlinesucht

  • Häufiger, unwiderstehlicher Drang, ins Internet zu gehen
  • Kontrollverlust (=länger als beabsichtigt online sein), einhergehend mit Schuldgefühlen, kein Hungergefühl
  • Negative soziale Auffälligkeit im engsten Umkreis
  • Nachlassende Arbeitsfähigkeit
  • Verheimlichung des Ausmaßes der Online – Zeiten
  • Psychische Irritabilität bei Verhinderung online zu sein
  • Mehrfache vergebliche Versuche der Einschränkung


Wie können Sie Ihr Kind in der Mediennutzung unterstützen?

  • Sind Sie selbst ein Vorbild! Legen Sie Ihr Handy mal weg und drehen Sie den Fernseher ab.
  • Bieten Sie alternative Beschäftigungen an, wie z.B. Schwimmen, Eislaufen, Kino, Park, gemeinsam kochen, usw.
  • Setzen Sie Medien nicht als Erziehungsmittel ein! Das macht diese nur noch Attraktiver!
  • Kinder und Jugendliche dürfen sich auch mal langweilen! Das braucht das Gehirn zwischendurch!
  • Hören Sie Ihrem Kind zu! Und wenn Sie gerade keine Zeit haben, vereinbaren Sie sich für später einen passenden, ungestörten Zeitpunkt.
  • Formulieren Sie klare Regeln! Bacheten Sie aber, dass Sie diese auch selbst immer einhalten!
  • Nehmen Sie Ihr Kind und dessen Gefühle ernst! Stärken Sie es in seiner Persönlichkeit!
  • Sprechen Sie Ihre eigene Meinung klar aus! Das gibt dem Kind Sicherheit!

Links zum Thema
https://www.saferinternet.at/
https://www.schau-hin.info/soziale-netzwerke/
https://www.klicksafe.de/materialien/

Hier können Sie aktuelle Studienergebnisse zum Thema Mediennutzung nachlesen.