Corona und Erziehung

Corona und Pubertät - eine explosive Mischung?!

Mädchen und Jungen in der Pubertät sind derzeit in einer herausfordernden Lebenssituation und ebenso ihre Eltern.

Freizeitmöglichkeiten außerhalb der Wohnung sind nicht möglich, Schulen, Sportanlagen, Schwimmbäder: alles geschlossen.

Freundschaften und Beziehungen spielen in der Pubertät eine große Rolle und gerade das liegt momentan auf Eis. Der angeordnete Rückzug in die eigenen vier Wände fällt nun besonders schwer. Ständig mit den Eltern und Geschwistern zusammen sein, eigene Wege nicht gehen können, das Gefühl zu haben kontrolliert und eingeschränkt zu werden: das birgt Konfliktpotential!

Zunächst gilt es, sich diesen enormen Prozess nochmals klar zu machen: ein Kind wird zum Erwachsenen! Körper und Seele spielen verrückt! Zugleich wird Autonomie angestrebt, was für die Eltern wiederum neu ist und das birgt Zündstoff für Streitereien. Die betroffenen Jugendlichen wollen erwachsen sein, fallen zeitweilig aber wieder in die Kinds-Rolle, da kämpfen Bedürfnisse miteinander.

Nun sind wir alle, zu unserem Schutz, massiven Restriktionen ausgesetzt und natürlich sind die Eltern gefragt, diese innerhalb der Familie durchzusetzen. Pubertierende lehnen sich naturgemäß gegen Autoritäten auf, sie wollen nicht nur, sie müssen auch eigene Wege gehen, selber Entscheidungen über Nähe und Distanz treffen und eigene Erfahrungen machen, sich selber kennenlernen - also das Gegenteil von dem was nun geboten ist. Die Entwicklungswege der Pubertierenden sind damit eingeschränkt und da bedarf es Verständnis von Seiten der Erziehungsberechtigten.

Versuchen Sie, das gemeinsame Gespräch, in dem sie für alle Regeln formulieren, mit denen jede Person zurecht kommen kann. Bleiben Sie offen, es gibt kein Patentrezept. Einiges muss einfach ausprobiert, vielleicht dann wieder verworfen werden. Gehen Sie Deals ein, mit denen alle leben können: z.B. ich lass Dich mal in Ruhe mit der Internet- Zeit, dafür triffst Du Dich draußen wirklich nur mit einem Freund/einer Freundin, und dabei haltet ihr Abstand!

Wenn es Streit gibt, dann kann man sich auch entschuldigen, das gehört dazu, egal ob Team, Clique oder Familie.

Was Schule angeht: vieles wird nachgeholt werden müssen, da werden die Jugendlichen sicher auch in stressige Situationen kommen. Aber exakt den gleichen Stoff zuhause durchzubringen, ist nicht möglich. Wichtiger ist jetzt gegenseitiges Verständnis und das Füreinander da sein. Vermitteln Sie ihren Kindern Optimismus: Alles wird wieder gut, wir bekommen das hin!